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Michael Sawosch

Chairman of the Sontra Evangelical Church church council.
He has been very active in the congregation for many years,

Man by Lakeside

Against Forgetting

The Rothschild and Heilbrunn families are once again visible in our small town.

In the late 1970s, Ilse Gromes laid the foundation for remembering the victims of Nazi rule in Sontra and the surrounding area.
Based on her research and her publication, "Traces of a Minority: Jews in Sontra 1367-1942," the YMCA (Young Men's Christian Association) began in 1982 to address the Nazi past of our town of Sontra.

 

 


Around ten young people and young adults expressed a desire to place small memorial plaques at the former residences of Jewish residents. These plaques were intended to commemorate the fate of those who were persecuted, murdered, deported, expelled, or driven to suicide during the Nazi era.

 


In her publications, Ilse Gromes did not assign blame to individual citizens or the entire population. She had compiled the historical facts and mostly pointed out that there were still some citizens who had maintained contact with their Jewish fellow citizens until the very end.

 

 

However, we were convinced that there was also a very pronounced antisemitism in our town. As early as November 7, 1938, the riots and destruction against the Jewish population began in Sontra, as in other places in Northern Hesse.


We, as young people (the young rebels), were not afraid to call out the injustices. So we certainly confronted some residents who now lived in these houses of former Jewish owners with uncomfortable questions. We sensed a veil of silence and a clear rejection – Let the past rest – “You wouldn’t have done it any differently,” was a frequently heard answer.

 

Memories and guilt hurt and are something we would like to suppress. Thus, a veil of silence remained over any open reckoning with history until the turn of the millennium. It wasn't until 2001 that a memorial plaque was painstakingly installed opposite the former synagogue.

 


Most of the young rebels of that time no longer live in Sontra.
But even then, they made a promise: We will not forget.
When the first Stolpersteine (stumbling stones) were laid in front of the former Jewish residents' homes on June 17, 2015, a long-cherished wish of some residents of our town was fulfilled.

 


Then, ten years later, on September 1, 2025, when more Stolpersteine were laid, it became clear: Only those who know history understand the present. The names and fates of the victims are made visible in public spaces and help us against forgetting.

 

The Rothschild and Heilbrunn families are once again visible in our small town. For me, the encounter and the walk with the descendants of these families on the way to the laying of the Stolpersteine (stumbling stones) felt like a circle closing.

Thank you for your openness. Thank you for forgiving without forgetting!
 

Michael Sawosch, Werrastraße 10, 36205 Sontra

Gegen das Vergessen

Familie Rothschild und Familie Heilbrunn werden wieder sichtbar in unserer kleinen Stadt.

Frau Ilse Gromes hatte Ende der der 70 er Jahren die Grundlage für die Erinnerung an die Opfer der NS-Herrschaft in Sontra und Umgebung gelegt. Auf Grundlage ihrer Recherchen und Ihrer Schrift: Spuren einer Minderheit, Juden in Sontra 1367-1942 begann der CVJM Christliche Verein Junge Menschen (YMCA) 1982 in Sontra

die Nationalsozialistische Vergangenheit unserer Stadt Sontra aufzuarbeiten.

Rund 10 Jugendliche und junge Erwachsene hatten seinerzeit den Wunsch, an den Wohnstätten der ehemaligen Bewohner*innen mit jüdischen Wurzeln, kleine Erinnerungstafeln anzubringen. Sie sollten an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Ilse Gromes hatte in Ihren Veröffentlichungen keine Schuldzuweisungen an einzelne Bürger oder die gesamte Bevölkerung geäußert. Sie hatte die Fakten der Geschichte zusammengetragen und zumeist darauf hingewiesen,

dass es bis zuletzt einzelne Bürger gegeben habe, die den Kontakt zu den jüdischen Mitbürgern nicht völlig abgebrochen haben.

Wir waren aber davon überzeugt, dass es in unserer Stadt auch einen sehr ausgeprägten Antisemitismus gab. Schon am 07.November 1938 begannen auch in Sontra, wie an anderen Stellen in Nordhessen, die Ausschreitungen und Zerstörungen gegen die Jüdische Bevölkerung.

Wir als Junge Menschen (Die jungen Wilden) hatten keine Angst, Missstände beim Namen zu nennen. So haben wir sicherlich einige Bewohnern, die jetzt diese Häuser ehemaliger jüdischer Besitzer, bewohnten, mit unbequemen Fragen konfrontiert. Wir spürten einen Mantel des Schweigens und eine klare Ablehnung – Lasst die

Vergangenheit ruhen – „Ihr hättet es nicht anders gemacht“, war eine oft gehörte Antwort.

Erinnerungen und Schuld schmerzen und möchten gerne verdrängt werden. So lag der Mantel des Schweigens auch noch bis zur Jahrtausendwende über einer offenen Aufarbeitung der Geschichte. 

Erst im Jahr 2001 konnte man sich mühevoll durchringen eine Gedenktafel gegenüber der ehemaligen Synagoge anzubringen.

Die Jungen Wilden von damals sind zumeist nicht mehr in Sontra wohnhaft. Aber für sie gab es schon damals ein Versprechen: Wir wollen nicht Vergessen. Als am 17. Juni 2015 die ersten Stolpersteine, vor Wohnhäusern der ehemaligen jüdischen

Bewohner, verlegt wurden, erfüllte sich ein lang ersehnter Wunsch mancher Bewohner*innen unserer Stadt.

Als dann 10 Jahre später, am 01.Sept. 2025, weitere Stolpersteine verlegt wurden, wurde klar: Nur wer die Geschichte kennt, versteht das Heute. Die Namen und Schicksale der Opfer werden im öffentlichen Raum sichtbar gemacht und helfen uns gegen das Vergessen.

Familie Rothschild und Familie Heilbrunn werden wieder sichtbar in unserer kleinen Stadt Für mich war die Begegnung und der Spaziergang, mit den Nachfahren der Familien, auf dem Weg zur Verlegung der Stolpersteine wie ein Kreis der sich schließt.

Danke für Offenheit. Danke für ein Vergeben ohne Vergessen!

 

Michael Sawosch Werrastraße 10 36205 Sontra

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